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| Dipl.-Ing. Thomas Müsch |
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2006 wmd Verlag GmbH  |
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Gewinnpotential für Einzelinvestoren |
Thomas Müsch, Vorstand der Stemas AG, im Gespräch mit Petra Bouman, Chefredaktion, chefchannel
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06.03.2006 (wmd)
Die Firma Stemas AG investiert in Unternehmensbeteiligungen. Ziel sind
Unternehmen mit Optimierungspotenzial. Der regionale Schwerpunkt
befindet sich derzeit in Bayern, da sich das erfahrene Stemas
Management aktiv an der Unternehmensführung beteiligt.
chefchannel:
Sehr geehrter Herr Müsch, Ihr Unternehmen agiert im Bereich
Mittelstandsbeteiligungen. Wie unterscheiden Sie sich grundsätzlich von
Ihren Mitbewerbern? Thomas Müsch: Nun, wir engagieren uns
zum einen in Unternehmen, bei denen eine ungelöste Nachfolge ansteht.
Hier sehen wir uns als Partner für den "Alt-" Unternehmer und den
interessierten Nachfolger. Häufig passt der interessierte Nachfolger
technisch und menschlich hervorragend in das Unternehmen, kann aber
nicht genügend Kapital aufbringen, um einen realistischen Kaufpreis
darzustellen. Diese Lücke schließen wir. Zum anderen investieren wir in
Unternehmen in Krisensituationen, bei denen unser sanierungserfahrenes
Management die Restrukturierung unterstützt und das Unternehmen wieder
in eine nachhaltig stabile Situation bringt. Ein wichtiger Unterschied
zu vielen unserer Mitbewerber ist, dass wir unsere Beteiligungen nicht
exit- sondern langfristig rendite-orientiert halten.
chefchannel: In welchen Bereichen eines Unternehmens bringen Sie sich ein? Thomas Müsch:
Dort, wo es im Einzelfall notwendig ist. Und das sind in den
angesprochenen Situationen üblicherweise die kurzfristige Steuerung
operativer Verbesserungen, das Schaffen von Transparenz durch neue
Controlling-Systeme und die laufende und klare Kommunikation mit den
Kapitalgebern. Natürlich legen wir auch Wert auf die gemeinsame
Gestaltung der strategischen Ausrichtung unserer Unternehmen.
chefchannel: Wie finden Sie geeignete Unternehmen und welche Voraussetzungen müssen diese Unternehmen erfüllen? Thomas Müsch: Durch
langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den
Sonderkreditabteilungen der deutschen Mittelstandsbanken im Rahmen von
Sanierungsprojekten haben wir gute Kontakte zu den dortigen
Unternehmensbetreuern aufgebaut. Dadurch werden Fälle an uns
herantragen, bei denen die Kreditbetreuer die Chance sehen, dass wir
mit unserem Know-how und erfahrenen Umgang mit solchen Situationen
wieder eine Perspektive für die Unternehmen in der Krise herstellen. So
wird gleichzeitig das Unternehmen gerettet und die Bank stark von Ihrem
Betreuungsaufwand entlastet. Des Weiteren bauen wir gerade das
kostenlose Internet-Portal www.Unternehmen-sucht-Unternehmer.de
auf. Dies bietet nicht nur für uns sondern auch für andere
interessierte Beteiligungs-Unternehmen oder auch Unternehmensverkäufer
einen schnellen Überblick und direkte Kontaktmöglichkeiten über das
derzeitige Angebot und die Nachfrage.
chefchannel: Viele Unternehmen in Deutschland stehen
zur Übergabe an, wie sehen Sie das Nachfolgepotenzial in deutschen
Unternehmen. Sehen Sie hier Chancen für die Stemas AG und Ihre
Investoren? Thomas Müsch: 2005 wurden in Deutschland etwa
64.000 Unternehmen übertragen. 19.000 davon wurden an Institutionen
außerhalb des Mitarbeiter- und Familienkreises übertragen, da sich hier
keine Nachfolger fanden. Knapp 6.000 Unternehmen mussten mangels
Nachfolger sogar stillgelegt werden. Diese Zahlen zeigen aus meiner
Sicht sehr anschaulich, wie groß das Potenzial hier noch ist. Wichtig
ist es natürlich, bei solchen Investments die Managementpositionen
adäquat zu besetzen. Das von uns ebenfalls initiierte Portal www.management-buy.in
bringt daher Manager mit Beteiligungsinteresse mit den nach
Nachfolge-Managern suchenden Unternehmen zusammen - übrigens ebenso
kostenlos zu nutzen.
chefchannel: Aus welchen Mitteln finanzieren Sie Ihre Engagements? Thomas Müsch: Mit
einer der jeweiligen Situation angemessenen Mischung aus Eigen- und
Fremdkapital. Hier unterscheiden wir uns gegenüber den großen
Beteiligungsunternehmen im Grunde nur dadurch, dass wir auch
interessierten Einzelinvestoren deal-by-deal eine Co-Investment mit
attraktiven Renditen anbieten.
chefchannel: Sie suchen private Investoren, welche Vertriebswege verfolgen Sie? Thomas Müsch: Da
unser Geschäft auf Vertrauen basiert, haben wir in unsere Anfangsphase
zumeist mit persönlichen Kontakten gearbeitet. Diese haben sich über
die entsprechenden Kreise inzwischen multipliziert. Im Zuge unserer
weiteren Expansion sind wir aber auch vermehrt für professionelle
Vermarktungspartner offen.
chefchannel: Wie gestalten sich die Beteiligungen Ihrer Investoren und welches Reporting bieten Sie? Thomas Müsch:
Die Co-Investment sind bei uns üblicherweise Genussscheine mit einer
fixen und einer Gewinn-abhängigen Komponente - wir bieten so eine
abgesicherte Untergrenze im kleineren einstelligen Bereich, das
tatsächliche Potenzial liegt zwischen 12% und 18% - in einigen Fällen
sogar deutlich darüber. Und zwar ohne die Gefahren des BioTech- oder
IT-Sektors, denn wir investieren in sichere Industrien mit
upside-Potenzial. Und zum Reporting: Dies erfolgt quartalsweise in der
erwarteten detaillierten und kommentierten Form - in Sanierungsphasen
auch häufiger.
chefchannel: Können Sie uns anhand eines Beispielunternehmens Ihr Wirken aufzeigen? Thomas Müsch:
Bei einem bayrischen Elektronikunternehmen sind wir zu einem
Krisenzeitpunkt eingestiegen. Dort haben wir neben einer neuen
Finanzierungsstruktur gemeinsam mit dem Management nicht nur innerhalb
kürzester Zeit die Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau angepasst,
sondern auch Teile der Fertigung nach Asien verlagert und den Vertrieb
optimiert. Aus einem defizitären Betrieb wurde so nach einem Jahr ein
Unternehmen mit einer EBITDA-Rendite von etwa 12% - mit steigender
Tendenz. Vor allem im Bereich der bayrischen Elektronikindustrie zeigen
sich derzeit übrigens für uns attraktive Möglichkeiten - und zwar bei
gesunden Unternehmen, die ihre Nachfolgeproblem mit uns lösen wollen.
chefchannel: Herr Müsch, geben Sie uns doch bitte einen Ausblick auf zeitnahe Ziele Ihres Unternehmens und Ihre Zukunftsvisionen. Thomas Müsch:
Die STEMAS AG wird in diesem und den nächsten Jahren ihr Portfolio mit
bayrischen Mittelständlern weiter ausbauen und so einerseits
Unternehmern mit fehlenden Nachfolgern oder operativen Problemen eine
Hilfe sein. Andererseits werden wir dadurch interessierten
Kapitalanlegern zu attraktiven Renditen in einem Segment mit immensen
Wachstumsaussichten verhelfen.
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